Geschichte

Die alten phönizischen Kaufleute waren sich der Schätze, die der Boden dieser Region hervorbrachte, wohl bewußt. Vor über dreitausend Jahren tauschten sie Töpferwaren, kostbaren Weihrauch und Purpurfarbe gegen Leopardenfelle und Elfenbein. Als später die Römer sich im Nordwesten des Landes festsetzten, entwickelten sie den Anbau von Trauben, Obst und Oliven weiter. Unter römischer Herrschaft wurde auch die Weizenproduktion erheblich gesteigert, die damals über drei Fünftel des Gesamtbedarfs des römischen Reiches deckte. Im Jahre 40 n. Chr. besetzten römische Legionen die mauretanische Provinz und das üppige Leben der Mauretanischen Könige hatte ein jähes Ende gefunden. Die Herrschaft der Römer dauerte noch bis 285 n. Chr.. In dieser langen Zeit hatten die Berber Sprache, Religion und Bräuche der Römer so weitgehend übernommen, daß die Araber, die im siebten Jahrhundert n. Chr. in das mauretanische Gebiet einfielen, die Einheimischen als roummi (Römer) bezeichneten. In dieses Paradies brachten sie die exotischen Düfte Bagdads, Kairos und Damaskus und führten Gewürze wie Zimt, Ingwer und Pfeffer ein. Im Jahre 711 überquerten die Mauren die Meerenge von Gibraltar, um Al Andalus, Spanien, zu erobern. Fast acht Jahrhunderte lang sollte ihr Einfluß auf die spanische Kultur und Geistesleben Westeuropas andauern. 1492 eroberten König Ferdinand und Königin Isabella Granada zurück, die letzte Stadt, die noch von den Mauren kontrolliert wurde.

Sie stellten den islamischen Mauren und sephardischen Juden ein Ultimatum: entweder Bekehrung zum Christentum oder Exil. Fast alle europäischen Mächte waren an Marokko interessiert. Großbritanien, Frankreich, Spanien, Portugal und Deutschland wetteiferten um die Vorherrschaft auf dem marokkanischen Markt. 1912 errichtete Frankreich nach Jahren politischer Intrigen sein Protektorat, danach strömten französische Siedler ins Land. Nachdem Marokko 1956 die Unabhägnigkeit erlangt hatte, kehrten viele der ehemaligen Siedler nach Frankreich zurück, exotische Rezepte aus Al Maghreb im Gepäck. Viele suchten Zuflucht an Marokkos Ufern, ließen sich vor allem in den Städten des Nordens nieder, Tetuàn und Fes, sind noch heute stolze Zentren andalusischer Kultur. Die Flüchtlinge brachten die Kunst der Herstellung von warka ins Land, des papierdünnen Teigs, mit dem b'stila zubereitet wird. Manche Historiker schreiben ihnen auch die ersten Rezepte für Couscous zu, heute in Marokko ein Grundnahrungsmittel. Chinesischer grüner Tee, der aus Marokko ebenfalls nicht wegzudenken ist, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von britischen Kaufleuten eingeführt. Die Marokkaner mischen ihn mit reichlich grüner Minze und Zucker, atay b'nahna war geboren, Minztee, das Nationalgetränk des Landes.

© Copyright 1999
 
Geschichte Geographie
Arganbaum Arganöl